PFLEGE

Zahnen: Anzeichen und Schmerzlinderung

Wann der erste Zahn kommt, welche Anzeichen wirklich vom Zahnen stammen und was sicher hilft.

HeyMom Redaktion 😊 Neugeborenes 3 Min. Lesezeit
Zahnen: Anzeichen und Schmerzlinderung

Der erste Zahn kommt meist zwischen dem 6. und 10. Monat, aber schon mit 4 Monaten oder erst mit 12 Monaten ist ebenfalls normal. Zuerst kommen die unteren mittleren Schneidezähne, dann die oberen mittleren, danach die seitlichen Schneidezähne, die ersten Backenzähne, die Eckzähne und zuletzt die zweiten Backenzähne — mit etwa 30 Monaten sind alle 20 Milchzähne da.

Echte Anzeichen fürs Zahnen: geschwollenes, empfindliches Zahnfleisch, viel Speichel, der Drang zu kauen (alles wandert in den Mund), ein kurz gestörter Schlaf (1-3 Tage), leichte Unruhe, weniger Appetit und eine leicht gerötete Wange (meist auf der Seite, wo der Zahn kommt).

Was dem Zahnen ZUGESCHRIEBEN wird, aber nicht dazugehört: hohes Fieber (über 38,5 °C), Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag und Erkältungssymptome. Das sind KEINE Zeichen des Zahnens. In diesem Alter reift das Immunsystem und Virusinfekte sind häufig — sie als „es zahnt eben“ abzutun, ist gefährlich. Im Zweifel fragst du deine Kinderärztin.

Sichere Wege zur Schmerzlinderung:

  • Ein gekühlter Beißring (BPA-frei, aus dem Kühlschrank, nicht aus dem Gefrierfach)
  • Zahnfleischmassage mit sauberem Finger
  • Ein kühles Waschlappenzipfelchen (angefeuchtet und im Kühlschrank gekühlt)
  • Wenn ein Schmerzmittel nötig ist: Paracetamol (ab 3 Monaten) oder Ibuprofen (ab 6 Monaten) nach ärztlicher Rücksprache; die Dosis richtet sich nach dem Gewicht, frag dazu deine Kinderärztin oder in der Apotheke

Finger weg von diesen Produkten:

  • Zahnungsgele mit Benzocain oder Lidocain — Behörden warnen davor (Benzocain: Methämoglobinämie; Lidocain: Krampfanfälle und Herzrhythmusstörungen), für Babys ungeeignet
  • Bernsteinketten und Zahnungsketten aus Holz — Erstickungs- und Strangulationsgefahr, die Wirkung ist nicht belegt
  • Honig und alkoholhaltige Einreibungen (im ersten Lebensjahr verboten)
  • Harte Brotrinde (Verschluckungsgefahr)
  • Tiefgefrorene Beißringe (verletzen das Zahnfleisch)
  • Homöopathische Belladonna-Tabletten — es gab Berichte über giftige Inhaltsstoffe

Die erste Zahnpflege: Reinige das Zahnfleisch schon vor dem ersten Zahn 1-2 Mal am Tag mit einem weichen, feuchten Tuch. Sobald der erste Zahn da ist, kommt eine weiche Babyzahnbürste dazu. In Deutschland gibt es zwei anerkannte Wege für Fluorid: entweder eine Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid in Reiskorngröße ab dem ersten Zahn, oder Fluoridtabletten zusammen mit fluoridfreier Zahnpasta. Besprich mit deiner Kinderärztin, welchen Weg ihr geht — beides gleichzeitig ist zu viel. Die europäische Fachgesellschaft für Kinderzahnheilkunde (EAPD) weist darauf hin, dass die Menge zwischen 0 und 3 Jahren wirklich nur reiskorngroß sein darf und dein Baby möglichst wenig davon schlucken soll (zu viel Fluorid kann Flecken auf dem bleibenden Zahn hinterlassen).

Der erste Zahnarztbesuch: Die Empfehlung lautet „wenn der erste Zahn da ist oder spätestens mit 12 Monaten — was zuerst eintritt“. In Deutschland zahlen die Krankenkassen dafür die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen FU1 bis FU3 zwischen dem 6. und dem 33. Lebensmonat. Der frühe Termin dient der Kariesfrüherkennung, der Ernährungsberatung und Themen wie Daumenlutschen.

Karies vorbeugen (Nuckelflaschenkaries): Dein Baby geht nicht mit der Flasche ins Bett (dauerndes Nuckeln an Milch verursacht Karies). Gezuckerte Getränke (Saft, Limonade) haben nichts zu suchen. Milch, Pre-Nahrung und Wasser im Wechsel. Und geputzt wird ab dem ersten Zahn.

Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich bei allen Gesundheitsfragen an deine Ärztin oder deinen Arzt.

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