NEUGEBORENES

Neugeborenengelbsucht: erkennen und behandeln

Der Unterschied zwischen harmloser und behandlungsbedürftiger Gelbsucht, Fototherapie und wann es dringend wird.

HeyMom Redaktion 👶 Neugeborenes 2 Min. Lesezeit
Neugeborenengelbsucht: erkennen und behandeln

Die Neugeborenengelbsucht betrifft etwa 60 % aller Babys und rund 80 % der Frühgeborenen — sie ist also sehr verbreitet. Ein gelber Farbstoff namens Bilirubin sammelt sich im Blut an, wodurch Haut und Augenweiß gelblich wirken. Meist ist das harmlos, in manchen Fällen braucht es aber eine Behandlung.

Die harmlose (physiologische) Form: Sie beginnt 2-4 Tage nach der Geburt und verschwindet innerhalb von 1-2 Wochen von selbst. Weil die Leber deines Babys noch nicht ausgereift ist, wird das Bilirubin langsam abgebaut. Das ist die häufigste Form und braucht bei guter Trinkmenge meist keine Behandlung.

Die behandlungsbedürftige (pathologische) Form: Eine Gelbsucht, die in den ersten 24 Stunden beginnt, schnell zunimmt oder länger als 2 Wochen anhält, braucht Aufmerksamkeit. Ursachen können eine Blutgruppenunverträglichkeit (Rhesus, AB0), eine Infektion oder ein Leberproblem sein. Dann ist eine ärztliche Abklärung Pflicht.

Wann es dringend wird: Wenn dein Baby sehr schläfrig und kaum zu wecken ist, das Trinken verweigert, sich versteift oder schrill schreit, wenn die Gelbfärbung bis auf Handflächen und Fußsohlen reicht oder wenn die Gelbsucht in den ersten 24 Stunden beginnt, fährst du ohne Zeitverlust in die Klinik. Ein sehr hoher, unbehandelter Bilirubinwert kann in seltenen Fällen das Gehirn schädigen (Kernikterus).

Diagnose und Behandlung: Die Ärztin misst den Wert mit einem Bilirubinometer durch die Haut oder nimmt Blut ab. Liegt der Wert über der Grenze, folgt eine Fototherapie (Behandlung mit blauem Licht). Dein Baby liegt eine bestimmte Zeit unter der Lampe, die Augen werden dabei geschützt. In schweren Fällen kann eine Blutaustauschtransfusion nötig sein.

Was du zu Hause tun kannst: Häufiges Stillen (8-12 Mal in 24 Stunden) bringt den Darm in Gang, sodass das Bilirubin schneller über den Stuhl ausgeschieden wird. Zu wenig Nahrung verschlimmert die Gelbsucht. Das „In-die-Sonne-Legen“ ist ein alter Ratschlag — Fachgesellschaften empfehlen direktes Sonnenlicht heute nicht mehr: Das UV-Risiko ist real und der Effekt gering.

Liebe Mama, meistens ist die Neugeborenengelbsucht ein ganz normaler Vorgang. Schau dir die Farbe deines Babys täglich an und beobachte Trinken und Stuhlgang. Bei der Vorsorgeuntersuchung U2 wird der Bilirubinwert ohnehin kontrolliert — und wenn dich etwas beunruhigt, ruf einfach an. Sicher ist immer besser.

Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich bei allen Gesundheitsfragen an deine Ärztin oder deinen Arzt.

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