Das fetofetale Transfusionssyndrom (FFTS)
FFTS bei Zwillingen mit gemeinsamer Plazenta: Anzeichen, Stadien und Behandlung.

Das fetofetale Transfusionssyndrom (FFTS, international TTTS) kann nur bei Zwillingen auftreten, die sich eine Plazenta teilen (monochorial). Über Gefäßverbindungen in der Plazenta fließt das Blut ungleich von einem Baby zum anderen: Das „abgebende“ Baby hat zu wenig Blut und Flüssigkeit, das „empfangende“ ist überlastet. Es entwickelt sich bei etwa 10-15 % der monochorialen Zwillingsschwangerschaften — in der großen Mehrheit also gar nicht.
Bei Zwillingen mit getrennten Plazenten (dichorial) gibt es kein FFTS — wenn du deine Chorionizität kennst, weißt du also auch, ob dich dieser Artikel überhaupt betrifft. Bei monochorialen Zwillingen empfehlen die Leitlinien von NICE und ISUOG genau deswegen ab Woche 16 alle 2 Wochen einen Ultraschall: Ein FFTS tritt am häufigsten zwischen Woche 16 und 26 auf, und früh erkannt sind die Behandlungschancen gut.
Anzeichen, die auffallen können: Der Bauch wird innerhalb weniger Tage plötzlich größer und gespannter (weil die Fruchtwassermenge beim empfangenden Baby zunimmt), die Atemnot nimmt plötzlich zu, vorzeitige Wehen setzen ein. Meist wird ein FFTS jedoch im Routineultraschall entdeckt, ohne dass die Mutter etwas spürt — genau deshalb sind die regelmäßigen Kontrollen so wichtig.
Diagnose und Einteilung erfolgen im Ultraschall: Der Unterschied der Fruchtwassermengen, das Aussehen der Harnblasen und die Blutflüsse werden beurteilt (Quintero-Stadien). In einem frühen Stadium kann engmaschige Beobachtung ausreichen. In fortgeschrittenen Stadien ist die fetoskopische Laserbehandlung die wirksamste Therapie — dabei werden die gemeinsamen Gefäße in der Plazenta verschlossen, und die Ergebnisse haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Bei Bedarf kann auch Fruchtwasser abgelassen werden (Amnionreduktion).
Liebe werdende Mama, über das FFTS zu lesen macht Angst — aber denk daran: Du bist in einem Betreuungssystem, das dieses Bild genau kennt. Den Zweiwochenrhythmus beim Ultraschall einzuhalten und dich zu melden, wenn sich dein Bauch plötzlich verändert, sind die zwei stärksten Werkzeuge in deiner Hand. Um den Rest kümmern sich Teams, die darin sehr erfahren sind.
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