WEINEN

Warum weint mein Baby? Wege zur Beruhigung und schwere Momente

Gründe für das Weinen, der Schreigipfel in den ersten Monaten, Wege zur Beruhigung, was du tun kannst, wenn deine Geduld am Ende ist, und Notfallzeichen.

HeyMom Redaktion 🫀 Neugeborenes 5 Min. Lesezeit
Warum weint mein Baby? Wege zur Beruhigung und schwere Momente

Dein Baby weint, und egal was du tust, es hört nicht auf. Das gehört zu den anstrengendsten Momenten des Elternseins. Wie der NHS sagt: Alle Babys weinen, manche mehr als andere. Weinen ist die Art deines Babys, dir zu sagen, dass es Pflege und Trost braucht. Dieser Leitfaden stützt sich auf die Empfehlungen des NHS und der Amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde (AAP). Vorab solltest du wissen: Dass dein Baby weint, bedeutet nicht, dass du eine schlechte Mutter bist.

Warum weint es? Der NHS nennt diese häufigsten Gründe:

  • Hunger
  • Eine nasse oder volle Windel
  • Müdigkeit
  • Der Wunsch, auf den Arm genommen und gekuschelt zu werden
  • Blähungen
  • Zu warm oder zu kalt
  • Langeweile
  • Reizüberflutung, also zu viel Lärm, Licht oder Bewegung

Wenn das Weinen beginnt, kann es helfen, diese Liste im Kopf der Reihe nach durchzugehen.

Der Schreigipfel in den ersten Monaten: Laut AAP erreicht die normale Quengelzeit von Babys um die 6. Woche mit etwa 3 Stunden am Tag ihren Höhepunkt und sinkt mit 3-4 Monaten auf 1-2 Stunden am Tag. Etwa jedes fünfte Baby entwickelt Koliken, die meist zwischen der 2. und 4. Woche beginnen. Das Kolikweinen endet meist mit 3-4 Monaten, kann aber bis zum 6. Monat anhalten. In dieser Zeit weint ein Baby manchmal ohne erkennbaren Grund, und nichts beruhigt es sofort. Das zu wissen, hilft dir, dich daran zu erinnern, dass das Weinen nicht deine Schuld ist.

Sind es Koliken? Der NHS spricht von Koliken, wenn ein gesundes Baby mehr als 3 Stunden am Tag, an 3 Tagen pro Woche und mindestens 1 Woche lang weint. Koliken können beginnen, wenn das Baby wenige Wochen alt ist, und gehen meist mit 3-4 Monaten vorbei; die Ursache ist unbekannt. Diese Babys ballen beim Weinen vielleicht die Fäuste, bekommen ein rotes Gesicht, ziehen die Knie an den Bauch oder machen einen Rundrücken.

Wege zur Beruhigung: Von NHS und AAP empfohlene Methoden, die einen Versuch wert sind:

  • Stillen oder saugen lassen; die AAP zählt auch den Schnuller zu den Möglichkeiten
  • Auf den Arm nehmen und sanft wiegen, singen, mit ihm sprechen
  • Ein leises, ruhiges Geräusch im Hintergrund
  • Im Kinderwagen schaukeln oder mit ihm spazieren gehen
  • Es in einem Tragetuch oder einer Trage nah bei dir tragen
  • Langsam über den Rücken streicheln
  • Ein warmes Bad; manche Babys mögen es, manche nicht

Jedes Baby ist anders. Was heute nicht hilft, hilft vielleicht morgen.

Wenn deine Geduld am Ende ist: Es ist zutiefst menschlich, wütend oder hilflos zu sein, wenn dein Baby lange weint. Für solche Momente raten NHS und AAP dasselbe:

  • Leg dein Baby sicher in sein Bettchen oder in den Kinderwagen.
  • Schließ die Tür, geh in einen anderen Raum und versuch, dich zu beruhigen.
  • Der NHS empfiehlt, dir eine Zeit vorzunehmen, zum Beispiel 10 Minuten, und dann zurückzugehen; die AAP sagt, dass du erst zurückgehen solltest, wenn du ruhig bist.
  • Ruf deinen Partner, eine vertraute Person oder eine Fachkraft an und bitte um Unterstützung.

Dein Baby sicher abzulegen und dich zu beruhigen, ist kein Versagen, sondern eine Art, es zu schützen.

Niemals schütteln: Der NHS warnt: Ganz egal, wie überfordert du dich fühlst, schüttle dein Baby niemals. Schütteln bewegt den Kopf deines Babys heftig hin und her und kann zu Hirnschäden führen. Laut AAP kann das Schütteltrauma zu bleibenden Schäden wie Blutungen um das Gehirn, Blindheit, Hörverlust, Krampfanfällen, Lernschwierigkeiten und Zerebralparese führen, sogar zum Tod. Schütteln beendet auch das Weinen nicht. Teile dieses Wissen unbedingt mit allen, die sich um dein Baby kümmern, auch mit Großeltern und Babysitter.

Wann solltest du ärztliche Hilfe holen?

  • Ohne zu warten bei Fieber ab 38 °C bei einem Baby unter 3 Monaten oder ab 39 °C bei einem Baby von 3-6 Monaten (NHS)
  • Wenn das Weinen den ganzen Tag oder die ganze Nacht anhält und immer heftiger wird (AAP)
  • Wenn das Weinen nach dem 4. Monat noch anhält (NHS)
  • Wenn dein Baby nicht wie erwartet zunimmt (NHS)
  • Wenn du merkst, dass du nicht mehr zurechtkommst (NHS)

Dieser letzte Punkt ist mindestens so wichtig wie die anderen; du brauchst keinen anderen Grund, um Hilfe zu holen.

Ruf sofort die 112: Laut NHS sind diese Situationen Notfälle:

  • Krampfanfall
  • Blaue, graue oder blasse Haut oder ein Ausschlag, der beim Draufdrücken nicht verblasst
  • Keine Reaktion oder ungewöhnliche Schläfrigkeit
  • Atemnot
  • Heftiges Erbrechen
  • Hohes Fieber oder eine zu niedrige Körpertemperatur
  • Seit mehr als 8 Stunden keine nasse Windel
  • Schwaches oder sehr schrilles Weinen, oder ein Weinen, das anders klingt als sonst

Auch wenn du vermutest, dass dein Baby geschüttelt worden sein könnte, rufst du ohne Zeit zu verlieren die 112. Laut AAP können Unruhe, Schwierigkeiten wach zu bleiben, Atemprobleme, Erbrechen, Krampfanfälle und nachlassende Reaktionen Anzeichen dafür sein.

Pass auch auf dich auf: Die AAP empfiehlt, eine Pause zu machen, wenn es dir zu viel wird, und eine vertraute Person oder eine Fachkraft um Unterstützung zu bitten. Dich mit deinem Partner abzuwechseln, jemanden für ein paar Stunden um Hilfe zu bitten oder dich auszuruhen, während dein Baby schläft, hält dich in diesen anstrengenden Wochen auf den Beinen.

Liebe Mama, diese Zeit mit viel Weinen geht vorbei; bei den meisten Babys wird es innerhalb weniger Monate deutlich weniger. Bis dahin tust du, was du kannst, und das reicht. Wenn du müde bist, hol dir ohne Scheu Hilfe.

Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich bei allen Gesundheitsfragen an deine Ärztin oder deinen Arzt.

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