IMPFUNG

Der Impfkalender: 0-24 Monate

Die von der STIKO empfohlenen Impfungen, zusätzliche Impfungen und der richtige Zeitpunkt.

HeyMom Redaktion 🛡️ Neugeborenes 3 Min. Lesezeit
Der Impfkalender: 0-24 Monate

Impfungen sind der wirksamste Schutz deines Babys vor lebensbedrohlichen Krankheiten. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut den Impfkalender; die Kosten der empfohlenen Impfungen übernehmen die Krankenkassen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die ersten 24 Monate. Den genauen Plan legt deine Kinderärztin fest — in Österreich und der Schweiz gelten eigene Kalender.

Ab 6 Wochen — die erste Impfung überhaupt:

  • Rotaviren — eine Schluckimpfung, 2 oder 3 Dosen je nach Impfstoff. Wichtig ist der frühe Start: Die Impfserie muss je nach Impfstoff bis zur 24. bzw. 32. Lebenswoche abgeschlossen sein.

Hinweis: Anders als in vielen anderen Ländern wird in Deutschland weder BCG (Tuberkulose) noch eine Hepatitis-B-Impfung direkt nach der Geburt gegeben — Hepatitis B steckt im Sechsfachimpfstoff. Nur wenn die Mutter Hepatitis-B-positiv ist, wird das Baby in den ersten Stunden geimpft.

Mit 2 Monaten (U4-Zeitraum):

  • Sechsfachimpfung: Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Hib und Hepatitis B
  • Pneumokokken-Konjugatimpfung
  • Meningokokken B (1. Dosis)
  • Rotaviren (2. Dosis)

Mit 4 Monaten: Sechsfachimpfung (2. Dosis), Pneumokokken (2. Dosis), Meningokokken B (2. Dosis), bei Bedarf die letzte Rotaviren-Dosis. Mit 11 Monaten: Sechsfachimpfung (3. Dosis), Pneumokokken (3. Dosis) sowie Masern-Mumps-Röteln (1. Dosis) und Windpocken (1. Dosis). Reif geborene Babys bekommen dieses 2+1-Schema; Frühgeborene vor Woche 37 erhalten eine zusätzliche Dosis mit 3 Monaten.

Mit 12 Monaten: Meningokokken C und Meningokokken B (3. Dosis). Mit 15 Monaten: MMR (2. Dosis) und Windpocken (2. Dosis). Bis zum 23. Monat sollten alle Grundimmunisierungen abgeschlossen sein — versäumte Dosen werden hier nachgeholt. Den jeweils aktuellen STIKO-Impfkalender bespricht deine Kinderärztin bei den U-Untersuchungen mit dir.

Zusätzliche Impfungen und Sonderfälle:

  • RSV — für alle Neugeborenen und Säuglinge in ihrer ersten RSV-Saison wird eine Immunisierung mit einem Antikörper (Nirsevimab) empfohlen
  • FSME (Zeckenimpfung) — ab 1 Jahr, wenn ihr in einem Risikogebiet lebt oder dort Urlaub macht
  • Grippe — ab 6 Monaten bei chronischen Erkrankungen, jährlich im Herbst
  • Hepatitis A — als Reiseimpfung, keine Standardimpfung in Deutschland
  • HPV — ab 9 Jahren, für Mädchen und Jungen

Nach der Impfung: Bei 30-40 % der Babys kommt es zu leichtem Fieber, Rötung und Unruhe. Ob ein Fiebermittel nötig ist und in welcher Dosis, besprichst du mit deiner Kinderärztin oder in der Apotheke. Ist dein Baby jünger als 3 Monate, rufst du bei Fieber ab 38 °C auch nach einer Impfung sofort die Kinderärztin an. Ein vorbeugendes Fiebermittel wird nicht mehr empfohlen — es kann die Antikörperantwort abschwächen. Ernste Reaktionen sind selten: hohes Fieber (über 39 °C, das länger als 24 Stunden anhält), Anaphylaxie (Schwellung im Gesicht, Atemnot, Ausschlag) oder Krämpfe → sofort in die Notaufnahme.

Wenn eine Impfung fehlt: Es wird nicht von vorn begonnen, sondern dort weitergemacht, wo ihr aufgehört habt. Deine Kinderarztpraxis bringt den Status wieder auf den aktuellen Stand. Bewahre den Impfausweis und das gelbe Untersuchungsheft gut auf — für Kita und Schule wird nach dem Masernschutzgesetz ein Nachweis über die Masernimpfung verlangt.

Mythen: „Impfungen verursachen Autismus“ — vielfach widerlegt, es gibt keinerlei wissenschaftlichen Beleg. „Impfungen überfordern das Immunsystem“ — ein Baby begegnet täglich Tausenden Antigenen, die wenigen in einem Impfstoff sind verschwindend klein. „Die Krankheit durchzumachen ist besser“ — dabei drohen bleibende Schäden bis hin zu Tod, Taubheit und Unfruchtbarkeit. Triff evidenzbasierte Entscheidungen für dein Kind und vertrau deiner Kinderärztin.

Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich bei allen Gesundheitsfragen an deine Ärztin oder deinen Arzt.

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