STILLEN

Stillprobleme: Mastitis, wunde Brustwarzen und mehr Milch

Die häufigsten Stillprobleme, die richtige Anlegetechnik und was wirklich hilft.

HeyMom Redaktion 🍼 Neugeborenes 3 Min. Lesezeit
Stillprobleme: Mastitis, wunde Brustwarzen und mehr Milch

Stillen ist natürlich, aber es läuft nicht automatisch — ihr beide lernt es gemeinsam. Die ersten 2-3 Wochen sind die schwersten; danach lösen sich die meisten Probleme. Dieser Artikel widmet sich den drei häufigsten: wunde Brustwarzen, Mastitis und dem Gefühl, zu wenig Milch zu haben.

Richtiges Anlegen: Der Mund deines Babys muss weit geöffnet sein und nicht nur die Brustwarze, sondern einen großen Teil des Warzenhofs erfassen. Die Unterlippe ist nach außen gestülpt, das Kinn berührt die Brust. Wenn sich die Wange einzieht oder du ein Schmatzen hörst, stimmt das Anlegen nicht — das ist Ursache Nummer eins für wunde Brustwarzen. Ein Positionswechsel (Wiegehaltung, Rückengriff, zurückgelehntes Stillen) hilft.

Wunde Brustwarzen: Sie entstehen meist durch falsches Anlegen. Einfach weiterzumachen, ohne es zu korrigieren, hilft nicht. Nach dem Stillen ein paar Tropfen Muttermilch auf die Brustwarze zu geben und an der Luft trocknen zu lassen, wirkt natürlich heilend. Eine Lanolinsalbe schützt die Risse — sie muss vor dem Stillen nicht abgewischt werden. Bei starken Schmerzen bringt es kurzfristig Erleichterung, die Milch abzupumpen und mit der Flasche zu geben; das Pumpen hält die Milchbildung aufrecht.

Mastitis (Brustentzündung): eine harte, gerötete, schmerzhafte Stelle, Fieber (über 38,5 °C) und ein grippiges Gefühl. Am häufigsten in Woche 2-3. Nach aktueller Leitlinie (ABM 2022) wird eine Mastitis zuerst als Entzündung und Schwellung verstanden; sie ist nicht immer eine Infektion. Was hilft: WEITER nach Bedarf stillen (ohne zusätzlich abzupumpen, um die Brust zu leeren), kalte Umschläge, eine ganz leichte Lymphmassage, die die Haut kaum berührt, viel trinken und ruhen. Kräftige Massage und Wärme können die Schwellung verstärken. Bessert es sich in 12-24 Stunden nicht, ist das Fieber hoch oder fühlst du dich sehr krank, gehst du ohne zu warten zur Ärztin; ein Antibiotikum kann nötig sein. Deine Ärztin kann eine Behandlung wählen, die mit dem Stillen vereinbar ist und deinem Baby nicht schadet. Das Stillen musst du nicht unterbrechen.

Gefühlter und echter Milchmangel: Die allermeisten Mütter bilden genug Milch. Ein echter Mangel liegt bei unter 5 %. Gute Zeichen: 6 und mehr nasse Windeln am Tag, eine gute Gewichtskurve (in der ersten Woche sind 7-10 % Verlust normal, nach 2 Wochen ist das Geburtsgewicht wieder erreicht) und ein zufriedenes Baby nach dem Stillen. Dass die Brust weicher wirkt, heißt nicht weniger Milch — dein Baby trinkt inzwischen einfach schneller.

Mehr Milch bilden: Häufiges, wirksames Stillen ist der stärkste Reiz (alle 2-3 Stunden). Power Pumping: eine Stunde lang 20 Minuten pumpen, 10 Minuten Pause, 10 Minuten pumpen, 10 Minuten Pause, 10 Minuten pumpen — einmal am Tag. Haut-zu-Haut-Kontakt (Känguru-Methode) erhöht das Prolaktin. Trinke 2,5-3 Liter am Tag. Milchbildende Kräuter (Fenchel, Schwarzkümmel, Bockshornklee) haben einen kleinen Effekt — Bockshornklee nur nach Rücksprache mit einer Stillberaterin oder Ärztin, er hat Nebenwirkungen.

Professionelle Stillberatung: Wenn sich ein Problem in 3-5 Tagen nicht löst, hol dir Hilfe. Eine IBCLC-Stillberaterin schaut sich den Mundraum deines Babys an (Zungenbändchen), das Anlegen und die Position. In Deutschland findest du sie über deine Hebamme, die Geburtsklinik oder eine Stillambulanz; auch die ehrenamtlichen Gruppen von La Leche Liga und AFS beraten kostenlos.

Liebe Mama, dass es beim Stillen schwere Momente gibt, ist völlig normal. Muttermilch ist wertvoll — aber ein Baby, das satt wird, wächst mit Muttermilch, mit Pre-Nahrung oder mit beidem. Deine Gesundheit zählt genauso viel wie die deines Babys. Wie du dich auch entscheidest: Du hast Unterstützung ohne Urteil verdient.

Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich bei allen Gesundheitsfragen an deine Ärztin oder deinen Arzt.

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