KINDERSITZ

Babyschale und Kindersitz: Rückwärts fahren, Gurte und sichere Fahrt

Wie lange dein Baby rückwärts fahren sollte, wie straff der Gurt sein muss und warum dicke Jacken und Schlafen ein Risiko sind: ein Leitfaden zur Kindersitzsicherheit nach den Empfehlungen der AAP.

HeyMom Redaktion 🛡️ Neugeborenes 4 Min. Lesezeit
Babyschale und Kindersitz: Rückwärts fahren, Gurte und sichere Fahrt

Die erste Fahrt vom Krankenhaus nach Hause ist die erste von unzähligen Fahrten mit deinem Baby. Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde (AAP) erinnert daran, dass jedes Jahr Tausende kleiner Kinder bei Verkehrsunfällen sterben oder verletzt werden und dass ein richtig benutzter Kindersitz hilft, Kinder zu schützen. Dieser Leitfaden stützt sich auf die Empfehlungen der AAP für Familien.

Rückwärts fahren, so lange wie möglich: Laut AAP sollten alle Babys von der ersten Fahrt aus dem Krankenhaus an in einem rückwärtsgerichteten Sitz fahren. Babys und Kleinkinder sollten so lange rückwärts fahren, bis sie das höchste vom Sitzhersteller erlaubte Gewicht oder die höchste erlaubte Größe erreicht haben. Die AAP weist darauf hin, dass die meisten umbaubaren Sitze erlauben, dass dein Kind bis zum Alter von 2 Jahren und darüber hinaus rückwärts fährt. Wenn dein Baby die Grenze der Babyschale überschreitet, wechselst du zu einem umbaubaren Sitz, der rückwärtsgerichtet eingebaut wird. Mach dir keine Sorgen, wenn die Beine eng anliegen: Laut AAP sind Beinverletzungen bei rückwärtsfahrenden Kindern sehr selten.

Beifahrersitz und Airbag: Die AAP betont, dass ein rückwärtsgerichteter Sitz niemals auf einem Beifahrersitz mit aktivem Airbag eingebaut werden darf. Löst der Airbag aus, prallt er gegen die Rückseite des Sitzes, genau dort, wo der Kopf deines Babys ist, und kann schwere Verletzungen oder den Tod verursachen. Laut AAP ist der Rücksitz für alle Kinder unter 13 Jahren der sicherste Platz. Wenn sich der Sitz dort fest einbauen lässt, kann die Mitte der Rückbank der beste Platz sein.

Fester Einbau: Die Einbauempfehlungen der AAP:

  • Befestige den Sitz mit den unteren Verankerungspunkten des Autos oder mit dem arretierten Fahrzeuggurt. Beides ist gleich sicher; nutze nicht beides zusammen, wenn die Hersteller es nicht erlauben.
  • Wenn sich der Sitz an der Stelle, an der der Gurt durchläuft, mehr als etwa 2,5 cm zur Seite oder nach vorn und hinten bewegen lässt, ist er nicht fest genug.
  • Der Neigungswinkel des Sitzes muss so eingestellt sein, dass der Kopf deines Babys nicht nach vorn fällt. Rückwärtsgerichtete Sitze haben eine Neigungsanzeige.
  • Lies unbedingt die Bedienungsanleitungen des Sitzes und des Autos.

Die Gurte müssen straff sein: Laut AAP sollten die Schultergurte im rückwärtsgerichteten Sitz durch die Schlitze auf Höhe der Schultern deines Babys oder darunter laufen. Wenn du über der Schulter mit den Fingern keine lose Falte im Gurt greifen kannst, ist er straff genug. Der Brustclip sollte mittig auf der Brust sitzen, auf Höhe der Achseln.

Keine dicke Jacke: Die AAP sagt, dass dicke Kleidung wie Jacken und Overalls nicht unter dem Gurt getragen werden sollte. Bei einem Unfall wird die dicke Füllung sofort zusammengedrückt, unter dem Gurt entsteht ein Spalt, und dein Kind kann aus den Gurten rutschen und aus dem Sitz geschleudert werden. Stattdessen:

  • Zieh dein Baby in dünnen Schichten an.
  • Leg nach dem Anschnallen eine Decke oder seine Jacke verkehrt herum darüber.
  • Leg nichts Dickes unter dein Baby oder zwischen dein Baby und die Gurte. Die AAP erinnert daran, dass Produkte, die nicht mit dem Sitz geliefert werden, keinen Crashtest durchlaufen haben.
  • Lass das Gesicht deines Babys frei.

Schlafen im Sitz: Laut AAP darf dein Baby in einem richtig eingebauten Kindersitz während der Fahrt schlafen. Aber der Sitz ist nicht dafür gedacht, dass ein Baby sehr lange darin schläft, ohne genau beobachtet zu werden, und außerhalb des Autos ist er kein sicherer Schlafplatz. Wenn dein Baby am Ende der Fahrt im Sitz schläft, empfiehlt die AAP, es so bald wie möglich auf eine feste, flache Unterlage in Rückenlage zu legen. Auf langen Strecken rät sie, tagsüber alle 2-3 Stunden eine Pause zu machen und, wenn möglich, einen Erwachsenen auf dem Rücksitz neben dem Baby sitzen zu lassen. Versuch niemals, im fahrenden Auto zu stillen.

Niemals allein im Auto lassen: Laut AAP heizt sich der Körper eines Kindes 3-5 Mal schneller auf als der eines Erwachsenen, und der Innenraum eines Autos kann sich in 10 Minuten um etwa 11 °C erwärmen. Ein Fenster einen Spalt zu öffnen oder im Schatten zu parken, ändert an der Innentemperatur kaum etwas. Ein Hitzschlag kann sogar schon bei einer Außentemperatur von etwa 14 °C auftreten. Die AAP erinnert daran, dass auch liebevolle Eltern ein Kind vergessen können, und empfiehlt:

  • Schau immer auf den Rücksitz, bevor du das Auto abschließt.
  • Leg deine Tasche oder dein Handy auf den Rücksitz.
  • Halte das geparkte Auto abgeschlossen und bewahre die Schlüssel außer Reichweite von Kindern auf.
  • Lass dein Baby nicht im Auto, auch nicht, um schnell einen Kaffee zu holen.

Gebrauchte Sitze: Die AAP rät, gebrauchte Sitze zu meiden, deren Vorgeschichte du nicht kennst. Benutze keinen Sitz ohne Etikett mit Herstellungsdatum und Modell, der die vom Hersteller empfohlene Nutzungsdauer überschritten hat, zurückgerufen wurde oder in einen mittelschweren oder schweren Unfall verwickelt war.

Wann zur Ärztin, wann die 112? Wenn dein Baby zu früh geboren wurde, empfiehlt die AAP, vor der Entlassung aus dem Krankenhaus zu prüfen, ob es in halb liegender Position sicher sitzen kann. Wenn du Fragen zur Wahl des Sitzes oder zu einer besonderen gesundheitlichen Situation deines Babys hast, sprich mit deiner Kinderärztin. Wenn du ein Kind allein in einem Auto siehst, ruf sofort die 112. Laut AAP rufst du die 112, wenn das Kind nicht reagiert oder Schmerzen hat, holst es aus dem Auto und kühlst es mit kühlem Wasser ab, aber tauchst es nicht in Eiswasser.

Liebe Mama, es ist ganz normal, dass dir der Einbau des Kindersitzes beim ersten Mal kompliziert vorkommt. Nimm dir die Anleitung zur Hand, bau ihn ohne Eile ein und prüf vor jeder Fahrt noch einmal die Gurte. Diese paar Minuten schenken dir die Ruhe, zu wissen, dass dein Baby bei jeder Fahrt sicher ist.

Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich bei allen Gesundheitsfragen an deine Ärztin oder deinen Arzt.

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