VERHÜTUNG

Verhütung: 8 Methoden im Vergleich

Pille, Spirale, Kondom, Implantat, NFP und mehr — Sicherheit, Nebenwirkungen und Anwendung.

HeyMom Redaktion 🌸 Zyklusgesundheit 3 Min. Lesezeit
Verhütung: 8 Methoden im Vergleich

Verhütung ist etwas sehr Persönliches — es gibt keine „beste Methode“, sondern nur die, die zu dir passt. Dieser Artikel vergleicht 8 Methoden nach Sicherheit, Handhabung, Nebenwirkungen, Umkehrbarkeit und Kosten. Deine Ärztin gehört unbedingt dazu — chronische Erkrankungen, Rauchen, dein Alter und dein Kinderwunsch beeinflussen die Wahl.

Sicherheit (Pearl-Index — Schwangerschaften pro 100 Anwenderinnen und Jahr):

  • Zwischen perfekter Anwendung und dem echten Alltag liegt oft ein großer Unterschied
  • Am sichersten: Implantat (0,05), Sterilisation (0,5), Hormonspirale (0,2), Kupferspirale (0,8)
  • Sehr sicher: Kombinationspille (0,3 perfekt / 7-9 real), Dreimonatsspritze, Vaginalring
  • Sicher: Kondom (2 perfekt / 13 real), Diaphragma
  • Weniger sicher: natürliche Familienplanung (1-9 perfekt / 24 real), Coitus interruptus (4 / 22)
  1. Kombinierte Pille: Östrogen und Gestagen. Sie reguliert den Zyklus, lindert Regelschmerzen und hilft gegen Akne. Nicht geeignet bei: Rauchen ab 35, Migräne mit Aura, Thrombose in der Vorgeschichte, unbehandeltem Bluthochdruck, Brustkrebs in der Vorgeschichte und in den ersten 6 Wochen nach der Geburt. Nebenwirkungen: Übelkeit, Spannen der Brust, veränderte Libido, selten Thrombosen.
  1. Minipille (nur Gestagen): wenn Östrogen nicht infrage kommt, und in der Stillzeit sicher. Sie muss täglich zur gleichen Zeit genommen werden (je nach Präparat mit 3 bis 24 Stunden Spielraum, siehe Packungsbeilage). Zwischenblutungen sind häufig.
  1. Hormonspirale (Mirena, Kyleena): Die Wirkdauer hängt vom Produkt ab (Mirena bis zu 8 Jahre, Kyleena 5 Jahre); nach dem Einsetzen musst du an nichts mehr denken. Die Blutung wird schwächer oder bleibt ganz aus (besonders bei Mirena). Möglich innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt oder ab 4 Wochen danach. Nebenwirkungen: in den ersten 3-6 Monaten Zwischenblutungen, bei etwa 5 % rutscht sie heraus. Auch für Frauen ohne Geburt geeignet.
  1. Kupferspirale: hormonfrei; die Liegedauer hängt vom Modell ab — manche Modelle wirken 5, andere bis zu 10 Jahre, frag nach dem Modell, das du bekommst. Sie kann Blutung und Krämpfe verstärken. Innerhalb von 5 Tagen eingesetzt, wirkt sie zu 99 % als Notfallverhütung.
  1. Implantat (Implanon NXT): ein 4 cm langes Stäbchen im Oberarm, 3 Jahre wirksam, nur Gestagen. Die Blutung wird unregelmäßig (bei etwa 20 % bleibt sie ganz aus). Die sicherste umkehrbare Methode.
  1. Vaginalring (NuvaRing) / Pflaster (Evra): 3 Wochen im Monat anwenden, 1 Woche Pause. Es gelten dieselben Gegenanzeigen wie bei der Pille. Den Ring führst du selbst ein.
  1. Barrieremethoden (Kondom, Diaphragma, Spermizide): Das Kondom ist die einzige Methode, die zugleich vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt. Bei Latexallergie gibt es Kondome aus Polyurethan.
  1. Natürliche Familienplanung (NFP): Basaltemperatur, Zervixschleim und Kalender kombiniert. Sie erfordert einen regelmäßigen Zyklus und Disziplin und ist sehr anfällig für Anwendungsfehler. Eine Notfalloption gibt es dabei nicht.

Dauerhafte Methoden:

  • Sterilisation der Frau: per Bauchspiegelung, kaum rückgängig zu machen
  • Vasektomie beim Mann: einfacher, günstiger und sicherer — schaut euch gemeinsam auch diese Möglichkeit an

Notfallverhütung (nach dem Geschlechtsverkehr):

  • Levonorgestrel (PiDaNa): innerhalb von 72 Stunden, Wirksamkeit etwa 85 %
  • Ulipristalacetat (ellaOne): innerhalb von 120 Stunden, wirksamer
  • Kupferspirale (innerhalb von 5 Tagen): 99 %
  • In Deutschland sind beide Tabletten rezeptfrei in der Apotheke erhältlich; bis 22 Jahre übernimmt die Krankenkasse die Kosten, wenn du dir ein Rezept holst

Liebe Frau, die „richtige“ Methode richtet sich nach deinem Bedarf, deinem Alltag und deiner Gesundheit. Mehrere auszuprobieren, ist normal. Sprich beim Termin über: Rauchen, chronische Erkrankungen, Kinderwunsch (in 1 Jahr oder in 5?), deinen Zyklus und deine Erwartung (soll die Blutung schwächer werden oder ausbleiben?). Die Entscheidung ist deine, deine Ärztin berät dich dabei.

Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich bei allen Gesundheitsfragen an deine Ärztin oder deinen Arzt.

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