Unregelmäßiger Zyklus: wann zur Ärztin?
Was noch normale Schwankung ist, was abgeklärt gehört und welche Zeichen zählen.

Ein normaler Zyklus dauert zwischen 21 und 35 Tagen, im Mittel 28. Die Blutung dauert normalerweise 2-7 Tage. Der Blutverlust liegt bei 30-80 ml (etwa 3-7 normal gefüllte Binden oder Tampons). Regelmäßige Abweichungen von diesen Spannen oder plötzliche Veränderungen können eine Abklärung erfordern.
Arten der Unregelmäßigkeit:
- Oligomenorrhö: Abstände über 35 Tage — oft PCOS, Schilddrüsenunterfunktion oder ein hoher Prolaktinspiegel
- Polymenorrhö: Abstände unter 21 Tagen — oft ohne Eisprung (anovulatorisch) oder Gelbkörperschwäche
- Menorrhagie: Blutung länger als 7 Tage oder über 80 ml — Myome, Polypen, Gerinnungsstörung
- Metrorrhagie: Zwischenblutungen außerhalb der Regel — Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, hormonelle Störungen
- Amenorrhö: die Regel bleibt ganz aus — Schwangerschaft (am häufigsten), vorzeitige Wechseljahre, hypothalamische Amenorrhö (Stress, Sport, Diät)
Sofort zur Ärztin: wenn du stündlich mehr als eine Binde durchblutest, große Klumpen abgehen, du wegen des Blutverlusts Luftnot, Schwindel oder Herzklopfen hast, deine Regel länger als 3 Monate ausbleibt (nach Ausschluss einer Schwangerschaft), du zur Regel Fieber über 38 °C hast, es nach dem Geschlechtsverkehr wiederholt blutet oder du nach den Wechseljahren blutest.
Einen Termin vereinbaren solltest du bei: plötzlich unregelmäßig gewordenen Zyklen, Blutungen über 7 Tage, Abständen über 35 Tage (3-mal oder öfter), starken Krämpfen mit Schmerzen, die den Alltag beeinträchtigen, Zwischenblutungen sowie vermehrter Körperbehaarung, Akne oder Gewichtszunahme zusammen mit Zyklusstörungen (das könnte PCOS sein).
Diese Altersspannen sind normal: Die erste Regel (Menarche) kommt zwischen 9 und 15 Jahren. In den ersten 1-2 Jahren sind Unregelmäßigkeiten zu erwarten (die Steuerachse reift noch). Zwischen 30 und 40 wird der Zyklus meist am regelmäßigsten. Ab den Vierzigern kann die Perimenopause beginnen, die Zyklen werden kürzer oder länger. Die Wechseljahre zwischen 45 und 55 sind normal.
Vorbereitung auf den Termin: Notiere die letzten 3-6 Zyklen (Datum, Dauer, Stärke, Schmerzen), deine Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, Gewichtsveränderungen, dein Stressniveau und deine Beschwerden (Akne, Behaarung, Hitzewallungen). Diese Angaben beschleunigen die ärztliche Einschätzung erheblich.
Mögliche Untersuchungen: Blutwerte (FSH, LH, Östradiol, Prolaktin, TSH, AMH), ein Ultraschall über die Scheide (Myome, Zysten, Dicke der Schleimhaut), bei Bedarf eine Gebärmutterspiegelung oder ein MRT. Die Blutwerte werden meist am 2.-5. Zyklustag bestimmt (Follikelphase).
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